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Öffentlicher Verkehr in Luzern:
Wachstum trifft auf Handlungsbedarf
Liebe Leserin, lieber Leser

Der öV im Kanton Luzern steht derzeit sinnbildlich an einer Kreuzung: Auf der einen Seite eröffnen sich mit Projekten wie dem neuen Spitalstandort Sursee, der Durchbindung der Sonnenberglinie in Kriens oder dem erfolgten Ausbau der Linie 110 Hochdorf-Rotkreuz neue Chancen. Auf der anderen Seite verdeutlichen die aktuellen Pünktlichkeitszahlen bei den Bussen dringend Handlungsbedarf. Unsere Aufgabe ist es, beide Seiten im Blick zu behalten: Die Entwicklung voranzutreiben, wo Potenzial und Visionen bestehen - und gleichzeitig dort zu stabilisieren und mit relevanten Akteuren für Verbesserungen im Austausch zu bleiben, wo der öV heute vor Herausforderungen steht.

Viel Spass beim Lesen dieser und weiterer Themen rund um den öffentlichen Verkehr im Kanton Luzern.

Freundliche Grüsse
Pascal Süess, Geschäftsführer
 
 
Neuer Spitalstandort LUKS Sursee: Chance für den öV
Ganz nach dem Motto «neues Spital, neue Chancen», plant der VVL mit seinen Partnern eine attraktive Weiterentwicklung des öV-Angebots im Rahmen des neuen Spitalstandorts in Sursee. Im Zentrum stehen kurze Fusswege, dichte Takte, zuverlässige Verbindungen und eine Langfristperspektive für eine S-Bahn-Anbindung. Ziel ist es, ein öV-Konzept zu schaffen, von dem die gesamte Region profitiert.
Weitere Informationen und was es mit einer neuen Velo- und öV-Achse auf sich hat, finden Sie hier.
 
 
Pünktlichkeit: Erneut zeigen Zahlen den Handlungsdruck in Luzern auf
Das Qualitätsmesssystem (QMS) des Bundes, welches die Qualität der bestellten Regionallinien untersucht, hat kürzlich die Zahlen aus dem letzten Jahr publiziert. Luzerns Busse sind weiterhin unpünktlich unterwegs. Der Kanton Luzern rückt sogar zwei Plätze nach hinten und belegt im schweizweiten Vergleich beim Busverkehr neu den zweitletzten Platz in Sachen Pünktlichkeit. Im QMS nicht erfasst, sind die sogenannten Ortsverkehrslinien, welche hauptsächlich in der Stadt und Agglomeration Luzern verkehren und ebenfalls vergleichweise tiefe Pünktlichkeitswerte aufweisen.
Nebst der Pünktlichkeit werden im QMS vom BAV auch andere interessante Daten erhoben. Hier erhalten Sie einen Einblick.
 
 
Im Gespräch mit VVL-Geschäftsführer Pascal Süess zum Thema Pünktlichkeit im Regionalverkehr Luzern

Die aktuellen Auswertungen des Bundes zeigen erneut: Die Pünktlichkeit bei den Bussen im Regionalverkehr im Kanton Luzern verschlechtert sich weiter. Warum hat man nicht bereits früher reagiert?
Der Verkehr ist auf vielen Strassen überlastet – das ist nichts Neues. Der VVL sorgt auf der Seite der Angebotsplanung schon lange mit kostenintensiven Stabilisierungsmassnahmen wie längeren Fahrzeiten und zusätzlichen Fahrzeugen dafür, dass Busse pünktlicher sind. Doch das hat Grenzen: Mehr Fahrzeuge oder längere Umläufe sind nur ein Tropfen auf den heissen Stein, wenn das ganze System im Stau steckt. Die Busse können mit diesen Massnahmen ihre Rückfahrt vielleicht wieder pünktlich starten, stehen aber trotzdem im Stau. Es sind dringend Verbesserungen bei der Infrastruktur nötig, damit alle Verkehrsteilnehmende zuverlässig vorankommen. Hierzu setzen wir uns seit langer Zeit bei den dafür zuständigen Infrastruktureigentümern für entsprechende Massnahmen ein.

Was passiert, wenn die Busse immer unpünktlicher werden?
Unpünktliche Busse führen zu verpassten Anschlüssen und verlängern die Reisezeit. Das macht den öV unattraktiv. In der Tendenz weichen deshalb Fahrgäste auf andere Verkehrsmittel aus, was sich bereits durch sinkende Nutzungszahlen in den Bussen der Stadt und Agglomeration Luzern zeigt. Diese Entwicklung ist gefährlich, denn gerade für unsere Nachhaltigkeitsziele und um das Mobilitätswachstum abzufedern, brauchen wir mehr, nicht weniger Personen in flächeneffizienten und klimafreundlichen Verkehrsmitteln.

Welche konkreten Schritte werden nun unternommen, um die Situation zu verbessern?
Wir stehen im engen Austausch mit der Infrastrukturseite, damit die dringend notwendigen Busbeschleunigungsmassnahmen an den wichtigsten Orten erkannt und priorisiert werden. Zum Beispiel realisiert die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur des Kantons Luzern momentan am Strassenkreuz in der Nähe des Bahnhofs Rothenburg Station und im Zulauf des Kottenkreisels in Sursee Busbeschleunigungsmassnahmen.
 
 
Der TransSeetalExpress von Hochdorf nach Rotkreuz boomt
Wie sich Angebotsänderungen auf die Fahrgastzahlen auswirken können, zeigt sich bei der Linie 110 eindrücklich. Im ersten Quartal 2025 fuhren über 10'000 Personen mehr mit der beliebten Linie mit, als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Das entspricht einem Nachfragewachstum von 24%. Der seit dem letzten Fahrplanwechsel eingeführte attraktive durchgehende Stundentakt und die längeren Betriebszeiten am Abend erfreuen unsere Pendlerinnen und Pendler.
Auch bei anderen Linien sind bald Verbesserungen geplant. Hier geht es zu den Fahrplanentwürfen.
 
 
Der VVL dankt für alle Stellungnahmen im Rahmen der Fahrplanvernehmlassung
Schon ist die Frist für die Stellungnahmen im Rahmen der Fahrplanvernehmlassung wieder vorbei. Die über 150 eingereichten Anliegen zeigen: Der öV bewegt. Der VVL dankt für die Eingaben von der Bevölkerung, den Gemeinden und Interessenverbänden. Die Stellungnahmen werden nun auf ihre Umsetzbarkeit und Finanzierbarkeit hin geprüft. Im Herbst 2025 beschliesst der Verbundrat das definitive Fahrplanangebot und publiziert die Rückmeldungen zu den Stellungnahmen.
 
 
Stadt Kriens kommt der neuen Sonnenberg-Buslinie einen Schritt näher
Das öV-Angebot am Sonnenberg soll per Fahrplanjahr 2027 als Teil von AggloMobil 4 verbessert werden. Mit der Verknüpfung der Linien 11 und 15 soll neu eine direkte Buslinie von Luzern über Dattenberg, Bergstrasse, Gabeldingen und Zumhof bis zur Busschleife Kriens entstehen. Dazu sind bauliche Massnahmen notwendig. Die Stadt Kriens hat nun den Strassen- und Baulinienplan für die Busdurchfahrt aufgelegt.
Weitere Informationen zum Bauprojekt in Kriens finden Sie hier.
 
 
Bahnhof Luzern neu drittgrösster Bahnhof der Schweiz
Die neusten Zahlen der SBB zeigen: Täglich steigen über 100'000 Fahrgäste im Bahnhof Luzern ein und aus. Damit ist er der drittgrösste Bahnhof der Schweiz – ein klares Signal für den Durchgangsbahnhof Luzern (DBL). Der heutige Kopfbahnhof stösst längst an seine Grenzen, es braucht zentrale Entwicklungsschritte, um...
➔ die Engpässe beim Rotsee, Gütsch und im Bahnhof zu beseitigen,
➔ mehr Platz für die Ein- und Aussteigenden und alle Bahnhofnutzenden zu schaffen,
➔ einen Angebotsausbau für den Regional- und Fernverkehr zu ermöglichen,
➔ häufigere, schnellere und direktere Verbindungen für die Zukunft zu schaffen.
Weitere Informationen zum Schlüsselprojekt DBL können Sie hier nachlesen.
 
 
Rückblick Fachveranstaltung Luzernmobil: Potenzial der aktiven Mobilität im Zentrum
Am 11. Juni tauschten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft dazu aus, wie Velo-, Fuss-, und auch öffentlicher Verkehr vernetzt werden können. Nach spannenden Einblicken in die Verkehrs- und Raumplanung des Kantons, übernahmen die Gemeinden das Zepter: In Praxis-Workshops und bei World Cafés teilten sie ihre Erfahrungen und diskutierten mit den Teilnehmenden. Die aktive Mobilität braucht starke Verbindungen und der öV ist dabei ein zentrales und wichtiges Bindeglied.
Haben Sie die Veranstaltung verpasst? Die Unterlagen finden Sie auf Luzernmobil.ch/fachveranstaltung